Ich bin heute ein bisschen kribbelig geworden, als ich folgende Website aufgerufen habe:
Der DAAD ist der Deutsche Akademische Austauschdienst. Studierende, die ins Ausland wollen, bewerben sich dort unter anderem für Stipendien und bekommen auch eines, mit etwas Glück (plus unzähligen Kniefällen, Nervenzusammenbrüchen, hundert Ave Marias usw...). Ich habe einige Monate in Shanghai als Deutschlehrerin gearbeitet und dort DAAD-Lektoren kennen gelernt. Bei einem Auslandslektorat handelt es sich um einen Aufenthalt auf Zeit – das Minimum sind zwei, das Limit fünf Jahre. Es beinhaltet vor allem Studienberatung und Lehrtätigkeit an der ausländischen Hochschule.
Im Laufe der Zeit setzte sich so ein Stimmchen in meinem Hinterkopf fest – warum nicht im Ausland arbeiten – warum nicht in China arbeiten? Nur für eine Weile. Doch es blieb nicht bei dieser einen Stimme, es kamen andere dazu, auch von außen. Zum Beispiel die meiner Mutter:
Ich will nicht, dass du in dieser kommunistische Terrorregime gehst! Nun, sie hat es halb im Scherz gesagt und es ist schon eine Weile her, aber dieser Ausspruch ist bei mir haften geblieben. Er vereint ungefähr alle Ängste, die man haben kann, wenn man sonst nichts über China weiß. Ich weiß auch nicht alles über dieses Land, noch nicht einmal besonders viel. Und auch über mich selbst weiß ich offenbar nicht genug – warum gerade China und will ich dort wirklich hin? Und werde ich es bereuen, wenn ich mich dafür entscheide? Wie wird man sich über eine wichtige Entscheidung wie diese klar? Fragen über Fragen. Am 23. September werde ich zumindest wissen, ob es Ausschreibungen gibt und was vorausgesetzt wird – obwohl das für mich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht relevant ist, da ich noch zwei Semester studiere.